Künstliche Intelligenz für Texte

Ohne (künstliche) Worte

Seit Anfang 2021 beobachte ich aktiv das Thema "Künstliche Intelligenz" (Kurz: KI, englisch AI = Artificial Intelligence) in unterschiedlichen Disziplinen:

  • Bei der Erstellung von Programm-Code
  • Im Bereich der grafischen Darstellung
  • Im Feld der computergenerierten Sprachausgabe 
  • Bei der Produktion von Videos

und last but not least:

  • Bei der Erstellung von Texten

Die Automatisierung von Texten hat im WWW bereits eine ganz ordentliche Historie. Im Jahr 2010 (oder 2009?) hatte ich beispielsweise einen wunderbaren Kontakt mit Saim Alkan von damals aexea, der mit stolz seinen "Textautomaten" vorstellte.

Was ich zuerst als lästiges Just-Another-Spinning-Tool abwertete, stellte sich als wirklich passables Werkzeug heraus, um im großen Stil einzigartige automatisierte Texte zu produzieren - auch mehrsprachig in einer nicht zu beanstandenden Weise.

Ich rümpfte die Nase

Mit Saim und seiner ASCII-Fabrik verband mich eine hochambivalente Hass-Liebe:

Auf der einen Seite fand ich es abscheulich, das WWW mit computergeneriertem Text vollzukacken.

Auf der anderen Seite verstand ich, dass es unmenschlich ist, echte Menschen aus Fleisch und Blut dazu zu nötigen, 100.000 Texte für T-Shirts zu erstellen.

 

Auf der einen Seite fand ich es schrecklich, die Entropie im WWW künstlich mit computergeneriertem ASCII-Füllmaterial hochzutreiben.

Auf der anderen Seite verstand ich, dass das besser durch Maschinen passiert - anstatt menschliche Lebenszeit dafür zu verheizen.

 

Herrgott - ich war der wandelnde Ambivalenzkonflikt!

 

Warum ist dieses Thema so emotional aufgeladen für mich?

Alles hat eine Geschichte. Aber nicht jeder braucht alle Geschichten im Detail zu kennen. Entscheide selbst: Magst Du mehr Details? Ansonsten lies einfach weiter.

Ja, erzähl mir die ganze Geschichte!  


Im Alter von 18 Jahren wollte ich "endlich gut schreiben können". 

Damit meinte ich nicht:

  • stilistisch perfekt
  • grammatikalisch korrekt und 
  • fehlerfrei

Vielmehr hatte ich eine unstillbare Sehnsucht danach, Worte zu intensiven, berührenden Bildern zu formen.

Und dann diese Bilder in mehrdimensionalen Bilderstrecken zu verbinden.

Und diese Bilderstrecken zu phantastischen Wolken in den Köpfen der Menschen zu transformieren.

Emotional berührende Wolken, mit denen es so leicht ist, lustvoll in Resonanz zu gehen.

 

Tja, ich war 18. Und hatte diese Idee. Also begann ich zu lesen. Ich las gefühlt jeden verdammten Ratgeber, wie man angeblich gute Texte schreibt. Die Buchhandlung Wittwer in Stuttgart wurde mein zweites Zuhause.

Ein paar Jahre später und Berge von Büchern war mir klar:

 

"Was Du suchst, das steht nicht in den Büchern.
Das steht irgendwo in den Herzen, Hirnen und Bäuchen der Menschen. 
Klapp die Bücher zu, mach Dich auf die Suche, hör zu und lerne, was Menschen WIRKLICH berührt."

 

Heute, 29 Jahre später, weiß ich immer noch nicht, ob ich gut schreibe:

  • Manchmal treffe ich Menschen direkt ins Herz und sie erinnern sich noch 10 Jahre später an einen Satz oder an ein Wort: Bärbel. Omas Apfelkuchen. Synapsenbrand. WDF*IDF. Blördsch.
  • Und die meiste Zeit (gefühlt 99%) bin ich ratlos und taste mich in einem leeren, dunklen Raum voran, in dem ich noch nicht einmal weiß, ob hier überhaupt etwas ist.

Das hält mich nicht davon ab, es immer weiter zu versuchen. Bis ich irgendwann mein letztes Wort schreibe. :-)

Lange Rede, kurzer Sinn:

Für mich ist es ein Affront, Menschen mit herzlosen Wort-Ansammlungen zu behelligen. 

In meiner Welt muss sich jedes einzelne Wort seinen Platz verdienen: Wenn es KEIN Bild im Kopf auslöst, KEIN Gefühl, KEINE Entscheidung - dann braucht es einen verdammt guten Grund, weshalb es die Aufmerksamkeit und die Resonanz der Menschen verdient hätte.

Vielen Dank, dass Du all das gelesen hast. Ich hoffe, es ist nun etwas deutlicher, weshalb ich mit automatisierten Texten eher auf dem Kriegsfuß stehe.

Aber 1

Meine Experimente in den letzten 2 Jahren mit automatisierten Texten und insbesondere in den letzten Monaten mit KI-Texten haben mich sehr nachdenklich werden lassen. 

Nachdenklich und demütig. 

Nachdenklich, demütig und neugierig.

 

Natürlich kann man einer KI ablehnend gegenüber treten:

  • Eine KI wird nieeee so kreativ sein wie ein Mensch.
  • Eine KI wird nie empathisch sein können. 
  • Eine KI wird nie einen ganz besonderen, unnachahmlich berührenden Stil entwickeln.

Und damit macht man die KI-Kiste zu und schiebt sie unters mentale Bettchen. Uffz. Erledigt!

 

Man kann einer KI auch euphoriebesoffen in die Arme torkeln:

  • Die KI kann alle meine Texte schreiben!
  • Ich kann jetzt 100 mal mehr Content produzieren!
  • Ich lasse sogar meine Social-Media-Postings von der KI produzieren und es ist erfolgreicher als mein eigenes Geschreibs!

Äh ja, auch das konnte ich beobachten.

 

Aber 2

Vielleicht gibt es zwischen totaler Ablehnung und euphorischer Hingabe ja noch etwas ... Ausgewogeneres?

Ich möchte Dich gerne zu einer kleinen Reise einladen. Eine Reise in eine differenzierte Betrachtung zwischen Mensch und Maschine, zwischen Konfrontation und Kooperation, zwischen Chance und Bedrohung. Und vielleicht steht am Ende der Reise eine Erkenntnis.

 

Hast Du Lust? Falls nicht, dann kannst Du jederzeit gerne hierher zurückkehren. Ich warte so lange auf Dich.

Ja, lass uns eine Reise machen! :-)  


Reise-Station 1: Wie kann eine konstruktive Zusammenarbeit bei der Erstellung von Texten zwischen Mensch und Maschine aussehen?

Das kommt darauf an, welche Ziele damit verfolgt werden. 

Eine Möglichkeit ist, 

  1. dass der Mensch die grundlegende Struktur und Idee des Textes festlegt, während 
  2. die Maschine die Texteingabe und -bearbeitung übernimmt und Vorschläge für mögliche Verbesserungen oder Ergänzungen anbietet. 

So kann die Maschine dem Menschen dabei helfen, schneller und effizienter zu schreiben, ohne dass dabei die Qualität des Textes leidet. 

Eine andere Möglichkeit ist, dass der Mensch und die Maschine gemeinsam an der Erstellung des Textes arbeiten, indem sie sich gegenseitig ergänzen und unterstützen:

  1. Der Mensch kann beispielsweise die Kreativität und das logische Denkvermögen einbringen,
  2. während die Maschine schnelle Recherchen und die Verarbeitung großer Datenmengen übernimmt.

So können beide Seiten ihre Stärken einbringen und zu einem besseren Endergebnis beitragen. Letztendlich hängt die Art und Weise, wie Mensch und Maschine bei der Erstellung von Texten zusammenarbeiten, davon ab, welche Ziele damit verfolgt werden und welche Ressourcen und Fähigkeiten beide Seiten einbringen können.

Wichtig ist jedoch, dass die Zusammenarbeit konstruktiv und auf eine gemeinsame Verbesserung des Textes abzielt, anstatt dass eine Seite versucht, die andere zu übertrumpfen oder zu ersetzen.

Reise-Station 2: Aber ich will wissen, wer besser ist - Mensch oder Maschine???

Ich stellte mir folgende Frage: "Ist es zielführend, einer künstlichen Intelligenz und einem Mensch ein identisches Text-Briefing zu geben und im Rahmen eines A/B-Tests herauszufinden, welche Variante zielführendere Ergebnisse liefert?"

Und ich gestehe: Ja, das habe ich gemacht. Das mache ich immer noch. Das werde ich auch in Zukunft machen.

Aber: Ich sollte das eigentlich nicht mehr tun. Oder zumindest nicht so. Ich sollte das eigentlich besser hinbekommen.

 

Es ist grundsätzlich möglich Mensch und Maschine im A/B-Test gegeneinander antreten zu lassen.

Allerdings hängt die Zweckmäßigkeit solch eines Tests davon ab, welche Ziele damit verfolgt werden und welche Faktoren berücksichtigt werden.

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Leistung von Mensch und Maschine bei der Bearbeitung von Texten zu vergleichen, um zu sehen, in welchen Bereichen die Maschine bessere Ergebnisse liefern kann und in welchen Bereichen der Mensch im Vorteil ist. Dies kann dazu beitragen, die Stärken und Schwächen beider Seiten besser zu verstehen und die Zusammenarbeit zu optimieren.

Allerdings ist es auch wichtig, dass der Test fair und ausgewogen durchgeführt wird, indem die Fähigkeiten und Ressourcen von Mensch und Maschine angemessen berücksichtigt werden. Wenn beispielsweise die Maschine über unbegrenzte Rechenleistung und Zugang zu riesigen Datenmengen verfügt, während der Mensch nur über begrenzte Ressourcen und ein begrenztes Wissen verfügt, kann das Ergebnis des Tests möglicherweise verzerrt sein und nicht aussagekräftig sein.

In solchen Fällen ist es besser, die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine auf andere Weise zu optimieren, zum Beispiel indem man beide Seiten unterstützt und fördert, damit sie ihre Stärken besser nutzen und Schwächen ausgleichen können. Auf diese Weise kann eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine entstehen, die zu besseren Ergebnissen führt.

Du kannst es mir glauben: Es fällt mir nicht leicht, vom althergebrachten A/B-Content-Testing Mensch vs. Maschine abzulassen.

Aber ich verstehe, dass es seine Vorteile haben kann, Mensch und Maschine gemeinsam eine gute Text-Variante entwickeln zu lassen - und dann, basierend auf einer guten Hypothese, eine zweite Variante für den Test.

Ich habe für mich gelernt: Ich kann Mensch und Maschine gegeneinander antreten lassen. Aber ich vergeude damit wertvolle Fähigkeiten auf beiden Seiten.

Die nächsten Reise-Stationen beschäftigen sich damit, wie ich für mich versucht habe, die wertvollen Fähigkeiten auf beiden Seiten zu erkennen und entsprechend einzusetzen:

Reise-Station 3: Die drei wichtigsten Fragen

 

Welche Ziele verfolge ich mit dem Text? 

Damit meine ich nicht das Ziel, das der Text verfolgt, sondern tatsächlich die taktischen und operativen Ziele, die ich durch den Einsatz des Textes erreichen möchte.

Wenn beispielsweise

  • Kreativität,
  • Originalität oder
  • emotionale Resonanz

wichtig sind, könnten Menschen besser geeignet sein, da sie über diese Fähigkeiten verfügen - und eine künstliche Intelligenz (noch) nicht.

Wenn es dagegen darum geht, schnell und präzise große Mengen an Daten zu verarbeiten, könnten Maschinen besser geeignet sein.

Je nachdem liegt der Fokus des Briefings eher beim Menschen oder bei der künstlichen Intelligenz.

 

Welche Fähigkeiten und Ressourcen stehen mir zur Verfügung? 

Wenn beispielsweise Zeit und Menschen knapp sind, könnte die Verwendung von Maschinen sinnvoll sein, um die Arbeitsbelastung zu verringern.

Wenn dagegen genügend Zeit und Menschen vorhanden sind, könnten Menschen die bessere Wahl sein, um die Güte* des Textes zu verbessern.

 

*Hinweis: Weshalb spreche ich von Güte und nicht von Qualität? Qualität implziert grundsätzlich, dass es eine Vereinbarung zwischen zwei Entitäten über die Qualitätsmerkmale und ihre Erreichbarkeit gibt. Die Qualität selbst ist der Erfüllungsgrad der vereinbarten Merkmale. In der Praxis gibt es viel zu oft keine Vereinbarung zwischen Autorin und Leserin, es wird mit Annahmen und Vermutungen gearbeitet, jedoch nie mit vorab vereinbarten Kriterien. Und auch in der Zusammenarbeit zwischen Auftraggeberin und Texterin werden viel zu selten quantifizierbare und relevante Qualitätsmerkmale vereinbart, als dass der Begriff Qualität tatsächlich eine Berechtigung hätte. Das Wort "Güte" trifft es meiner Meinung dann ausreichend gut. Falls Du eine bessere Idee hast, lass sie mich gerne wissen.

 

Wie wird der Text verwendet? 

Wenn der Text beispielsweise an Kundinnen oder andere externe Personen gerichtet ist, könnte es sinnvoller sein, ihn von einem Menschen erstellen zu lassen, um eine persönliche Note und Vertrauen aufzubauen.

Wenn der Text dagegen intern verwendet wird, beispielsweise für interne Dokumentation oder Protokolle, könnte die Verwendung von Maschinen sinnvoller sein, um Fehler und Ungenauigkeiten zu minimieren.

Wenn der Text für repetitive Standard-Informationen verwendet wird, wie zum Beispiel die Sportnachrichten, das Wetter und Aktieninformationen, kann der Einsatz einer KI sinnvoller sein, um wertvolle menschliche Lebenszeit nicht mit Routinetätigkeiten zu vergeuden.

 

 

Wenn der Text mit wenigen Worten
ganz besondere Menschen
so tief, so intensiv,
so liebevoll und einzigartig
berühren darf, 
wie sonst nur ein Mensch, 
wer sollte dann die Feder führen?

 

 

Bereits die ersten drei Fragen auf dieser Reise-Station transformieren mich von einem "Ich weiß genau, was ich will" zu einem "Es-ist-komplex-und-ich-muss-nicht-nur-wissen-was-ich-will-sondern-auch-viele-Wechselwirkungen-berücksichtigen".

Jeder Vorteil hat auch einen Preis:

  • Beauftrage ich eine Texterin mit einem schlechten Briefing, spare ich vielleicht erstmal Zeit, aber: Die folgenden 5-10 Iterationen werden sich wie Knete ziehen und am Schluß haben wir vielleicht ein gutes Ergebnis, aber wir sind auch beide fertig mit der Welt.
  • Beauftrage ich eine Texterin mit einem guten Briefing, kostet mich das oft mehr Zeit als es die Texterin kostet, den Text zu erstellen. Das Ergebnis wird sicher toll sein, die Texterin ist glücklich und ich vielleicht auch, aber ich habe beim Erstellen des Briefings viel Lebenszeit investiert.
  • Beauftrage ich eine KI mit einem einfachen Briefing, erhalte ich in Sekunden einen ersten Text. Das Re-Briefing kostet mich vielleicht ein paar Sekunden, dann bekomme ich einen besseren Text. Nach 5-10 Iterationen haben wir vielleicht ein gutes Ergebnis und ich bin nicht komplett fertig mit der Welt und ich habe nicht absurd viel Zeit mit einem exzellenten Briefing verbracht, ABER: Jetzt sitze ich doch noch etliche Stunden am Text, um ihm Geist, Leben und Liebe einzuhauchen, eine persönliche Note zu verpassen.

Vielleicht ist die oben benannte Transformation für Dich nun etwas nachvollziehbarer geworden.

Unterm Strich geht's immer um die Ziele, unsere eigenen metaphysischen Prämissen, unsere Ressourcen und unseren Anspruch, wie wir in der Welt in Resonanz treten möchten.

Mit klopfendem Herzen stehe ich am Gleis zur nächsten Reisestation.

 

Reise-Station 4: Ein Blick ins Ebenen-Modell

Wer mich kennt, weiß, dass ich Ebenen-Modelle liebe. Wem das gar nichts sagt, dem möchte ich diesen Artikel hier ans Herz legen.

In 29 Jahren habe ich tonnenweise Ebenen-Modell für das Thema "Texte" erstellt, von denen ich nun einige ausgewählte Perspektiven anwenden möchte:

Was beeinflusst in Zukunft meine Entscheidung für die Kooperation zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz?

  • Der Grad der Automatisierung: In manchen Fällen kann es sinnvoller sein, die Texterstellung vollständig zu automatisieren, während in anderen Fällen ein gewisses Maß an manueller Überprüfung und Anpassung erforderlich sein kann.
  • Die Kosten und die zeitliche Effizienz: In manchen Fällen kann die maschinelle Texterstellung kostengünstiger und zeitlich effizienter sein, während in anderen Fällen die manuelle Texterstellung sinnvoller sein kann.
  • Die Qualität der Texte: In manchen Fällen können maschinelle Texterstellungssysteme hohe Qualitätsstandards erfüllen und konsistente Ergebnisse liefern, während in anderen Fällen die manuelle Texterstellung eine höhere Qualität liefern kann.
  • Die Anforderungen der Leserinnen: In manchen Fällen kann das Publikum bestimmte Erwartungen und Vorlieben hinsichtlich der Texte haben, die es liest, und es kann sinnvoller sein, wenn ein Mensch selbige erfüllt. Schlicht und ergreifend deshalb, weil eine künstliche Intelligenz vielleicht die kleinen, feinen subtilen Zwischentöne nicht trifft ... und das auch gar nicht muss.

Das sind ja schon einige Parameter. Bei denen könnte man es ja belassen. Es gibt allerdings noch ein paar mehr. Entscheide selbst, wie viel Zeit und Lust Du mitgebracht hast.

Zeig mir mehr!  


  • Die Skalierbarkeit: In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass die Texterstellung skalierbar ist, um schnell große Mengen an Texten erstellen und verarbeiten zu können. Ich hasse ungerichtete Skalierbarkeit; insbesondere unbegrenzte Skalierbarkeit. Aber in definierten Grenzen mit einer künstlichen Intelligenz zu operieren - das kann schon sehr sexy sein.
  • Die Verfügbarkeit von Expertinnen und Ressourcen: In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass die Texterstellung von Expertinnen unterstützt wird, die über spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen. Und gute Texte entstehen eben nur, wenn genau diese Expertinnen verfügbar sind. Eine künstliche Intelligenz hat Stand heute nicht den vielschichtigen Tiefgang von Expertinnen mit 10, 20, 30 Jahren Expertise auf ihrem Fachgebiet.
  • Die Lernfähigkeit: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Texterstellung durch maschinelle Lernverfahren zu verbessern, um die Qualität und Genauigkeit der Texte zu erhöhen. Natürlich kann man von einer Texterin verlangen, dass sie mit jeder Text-Test-Feedback-Schleife ihre Fähigkeiten, das strukturelle und inhaltliche Wissen etc. erhöht - aber mal ganz im Ernst: Das wäre extrem unmenschlich. So schnell lernt kein mir bekanntes Gehirn. Und sollte es auch nicht. Dafür sind wir nicht auf diesem Planeten, um gegen Maschinen Wettrennen anzutreten.
  • Die Anpassung an unterschiedliche Sprachen und Kulturen: In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass die Texte in mehreren Sprachen und für unterschiedliche Kulturen verfügbar sind, und es kann sinnvoll sein, dies bei der Auswahl der Texterstellungsmethode zu berücksichtigen. Manchmal sind Maschinen besser in der Lage, interkulturelle Besonderheiten ganzheitlich zu verarbeiten - sehr oft sind es die Menschen, die die kleinen, subtilen und wertvollen Details der Sprache und Kultur kennen.
  • Die Verwendung von Stilen und Formaten: In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass die Texte in bestimmten Stilen und Formaten erstellt werden, um sie für bestimmte Zwecke nutzen zu können. Ich habe zum Beispiel eine KI mit meiner Art des Schreibens trainiert und Display-Ad-Texte für die Therapie-Praxis einer Freundin erstellt. Und was soll ich sagen? Ich überlasse das in Zukunft der KI. Der von mir antrainierte Stil und das Format passt perfekt. Ich spare so viele Stunden Zeit bei jedem A/B-Test.
  • Die Möglichkeit der Personalisierung: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Texte personalisieren zu können, um sie individuell auf die Bedürfnisse und Interessen der Leserinnen abzustimmen. Hier kann eine künstliche Intelligenz ihr volles Potential ausspielen. Und vielleicht wird es noch ein bisschen besser, wenn die Formulierungen von einem Menschen trainiert wurden.
  • Die Verwendung von verschiedenen Textformen: In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass die Texte in verschiedenen Formen erstellt werden können, zum Beispiel als lange Texte, kurze Texte, Listen, Tabellen oder Diagramme. Oder als Zusammenfassung. Oder als detailreiche Extra-Lang-Version. In solchen Fällen erscheint die Leistung einer künstlichen Intelligenz oft wie pure Magie - meist gelingen diese Transformationen mit einer hohen Güte. Und das in einer Zeit, die wir als Mensch niemals, wirklich niemals unterbieten könnten. Also sollten wir die Finger weg lassen und uns um die coolen Dinge kümmern.
  • Die Verwendung von unterschiedlichen Tonfällen und Stimmungen: In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass die Texte in verschiedenen Tonfällen und Stimmungen verfasst werden können, um sie für unterschiedliche Zwecke und Zielgruppen geeignet zu machen. Tja - wer soll nun ran, Mensch oder Maschine? Aktuell bin ich auf dem Dampfer, dass die künstliche Intelligenz effizienter darin ist, grundsätzlich unterschiedliche Stimmungswelten zu produzieren. Aber: Der Mensch ist in der Regel nuancenreicher und emotionssicherer. Hier würde ich fallbezogen immer sehr, sehr fein unterscheiden: Wen möchte ich wie berühren - und welches Gefühl soll die Person noch Jahre später in sich tragen?
  • Die Verwendung von bestimmten Schreibtechniken und -stilen: In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass die Texte in bestimmten Schreibtechniken und -stilen erstellt werden, um sie für bestimmte Zwecke nutzen zu können. Ich glaube, ich bin dafür ein ganz gutes Beispiel. Ich schreibe launisch. Provokant. Manchmal rotzig, manchmal frech, manchmal nachdenklich. Ich vermurkse ab und zu (absichtlich) Stil, Grammatik und Orthoga-Vieh (und begründe es danach hoffentlich auch). Eine künstliche Intelligenz hingegen schreibt wie ein Burger King: Immer dieselbe Qualität. Alle wissen, dass es Fast Food ist. Niemand isst es, aber dem Konzern geht's blendend. Und man kann sich darauf verlassen, dass das drin ist, was draufsteht - und dass es schlechter aussieht, als es angepriesen wurde.
  • Feedback- und Korrekturschleifen: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Texte durch Feedback und Korrekturen zu verbessern, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen und Bedürfnissen der Leserinnen entsprechen. Das kann durch unterschiedliche Methoden erfolgen. Zum Beispiel in Form von Re-Briefings nach einem erfolgten A/B-Test. Das ist langsam und teuer. Schneller geht es, einer künstlichen Intelligenz nach der Erstellung einige Re-Briefings zu geben, um innerhalb weniger Minuten den Text erheblich zu verbessern. Aber: Ob das Ergebnis nun tatsächlich besser ist, das findet man wohl nur in einem A/B-Test heraus.
  • Die Verwendung von speziellen Werkzeugen und Anwendungen: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, spezielle Werkzeuge und Anwendungen zur Texterstellung zu verwenden, um die Effizienz und Qualität der Texte zu erhöhen. Wir betreiben in karlsCORE unterschiedliche Werkzeuge für die Text-Erstellung und -Optimierung. Dort arbeiten wir mit Methoden, die in gängige KI-Systeme schlicht nicht integriert sind, bzw. keine Anwendung finden können, da sie sehr spezifisch sind; für beispielsweise die Suchmaschinen-Optimierung jedoch unabdingbar. Hier ist dann doch wieder der Mensch gefragt: Zum Beispiel durch die Weiterverarbeitung eines KI-generierten Textes in einem bestimmten Werkzeug.
  • Die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: In manchen Fällen kann es wichtig sein, dass die Texterstellung flexibel und anpassungsfähig ist, um schnell auf sich ändernde Bedürfnisse und Anforderungen reagieren zu können. Globale Wetter-Ereignisse verändern sich schneller, als Menschen einen sinnvollen und fehlerfreien Text erstellen können. Und manchmal gibt es gesellschaftliche Veränderungen, die von heute auf morgen eine komplett neue Tonalität benötigen, für die noch kein KI-Modell trainiert wurde. Da sind dann definitiv die Menschen gefragt.

In meinen Notizbüchern sind Dutzende von Ebenen-Modelle mit teilweise hunderten von Perspektiven niedergeschrieben. Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick in die wundervolle Welt des Textens geben - und hoffe gleichzeitig, dass ich in Dir heftige Konflikte auslösen konnte, was die Komplexität der Wechselwirkungen betrifft. Falls das beides geklappt hat: Welcome to my world! :-)

Und ich freue mich auf die nächste Station mit Dir ... sie handelt von Angst und Klarheit.

 

Reise-Station 5: Wird die künstliche Intelligenz menschliche Texterinnen arbeitslos machen?

Vorab: Diese Frage stellt sich mir, weil viele Menschen sie sich stellen. Entweder unausgesprochen, oder ängstlich oder provokant.

Manche Menschen stellen diese Frage, weil sie Angst haben: Angst um ihren Job, ihre (teure) Ausbildung, ihre Zukunft. 

Andere Menschen stellen diese Frage, weil sie der Sache entgegen treten wollen, weil sie sich das nicht bieten lassen wollen. Weil Maschinen niemals so gut sein werden, wie Menschen!

Und wenn man hinter die Kulisse für dieses TamTam blickt, trifft man einen alten Bekannten: Die Angst.

 

Und es ist ok, Angst zu haben. Es ist männlich, Angst zu haben. Und es ist weiblich, Angst zu haben. Und alles dazwischen.
Warum? Weil eben niemand weiß, was kommt.

Kritisch wird es immer dann, wenn jemand behauptet: "Ich habe keine Angst." Aber das ist eher eine Sache für eine gute Therapeutin und keinen Artikel im WWW.

 

Angst entsteht in der Regel dann, wenn wir selbst keine Klarheit über einen Sachverhalt haben.

Je klarer wir eine Sache sehen, umso einfacher fällt es uns oft, mit der Unberechenbarkeit unserer Angst umzugehen.

 

Vielleicht helfen diese Perspektiven, etwas mehr Klarheit bei diesem Thema zu erhalten:

Die künstliche Intelligenz kann dazu beitragen, dass bestimmte Arten von Textarbeiten schneller und effizienter erledigt werden können. In einigen Fällen kann dies dazu führen, dass menschliche Texterinnen arbeitslos werden, insbesondere wenn ihre Arbeit durch Maschinen ersetzt werden kann. Das tut weh, das zu lesen - und gleichzeitig ist es ein alltäglicher Prozess, den auch viele andere Branchen seit Jahrhunderten erleben.

Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass die künstliche Intelligenz auch neue Möglichkeiten und Arbeitsplätze schaffen kann. Zum Beispiel können Texterinnen und andere Menschen dazu beitragen, die Technologie zu entwickeln und zu verbessern, und können in der Betreuung und Überwachung von Maschinen eingesetzt werden, die bei der Textarbeit helfen.

Insgesamt ist es unwahrscheinlich, dass die künstliche Intelligenz alle menschlichen Texterinnen arbeitslos macht. Stattdessen wird sie wahrscheinlich dazu beitragen, dass die Arbeitswelt sich verändert und neue Arbeitsplätze und Möglichkeiten entstehen. Es ist wichtig, dass Texterinnen und andere Menschen hre Fähigkeiten und Kenntnisse kontinuierlich weiterentwickeln, um in der zukünftigen Arbeitswelt erfolgreich zu sein.

Kurzum: Angst haben alle. Für manche ist es einfach, über diese Angst zu sprechen, für manche nicht, andere spüren sie leider nicht einmal. Und dennoch ist es unsere Aufgabe als Menschen, mit klarem Kopf Entscheidungen zu treffen (auch wenn die Angst nebenan kläfft wie ein angesengter K(r)ampfhund an einer zu kurzen Kette).

 

Reise-Station 6: Aber halt mal ... wie ist das eigentlich mit dem Urheberrecht? 

Wie sieht die Texterstellung durch künstliche Intelligenz rechtlich aus - wer ist der Urheber und was darf mit den Texten gemacht werden?

Die rechtliche Situation bei der Texterstellung durch künstliche Intelligenz hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise dem Land, in dem die Texte erstellt werden, und dem Kontext, in dem sie verwendet werden. In einigen Ländern werden Texte, die von künstlicher Intelligenz erstellt wurden, als "urheberrechtlich nicht schutzfähig" betrachtet, da sie nicht von einem Menschen erstellt wurden und keine Originalität oder Kreativität aufweisen. In diesem Fall wäre kein Mensch der Urheber der Texte und es gäbe keine Einschränkungen hinsichtlich der Verwendung oder Verbreitung der Texte.

In anderen Ländern könnte die Situation jedoch anders aussehen. Zum Beispiel könnte der Mensch, der die künstliche Intelligenz trainiert und verwendet hat, um die Texte zu erstellen, als die Urheberin betrachtet werden und somit Rechte an den Texten haben. In diesem Fall könnten Einschränkungen hinsichtlich der Verwendung und Verbreitung der Texte gelten, und es könnte erforderlich sein, die Zustimmung der Urheberin einzuholen, bevor die Texte verwendet werden.

Es ist wichtig, die rechtliche Situation im jeweiligen Land und Kontext sorgfältig zu prüfen, bevor Texte von künstlicher Intelligenz erstellt werden und verwendet werden. Auf diese Weise können Rechte und Pflichten angemessen berücksichtigt werden und es kann vermieden werden, dass die Texte ohne die notwendige Zustimmung verwendet werden.

Na, das kann ja heiter werden ... Skalierbarkeit + keine Urheberrechte, da kommen wir direkt zur vorletzten Station: 

 

Reise-Station 7: Werden Inhalte im WWW nicht immer ähnlicher, wenn immer mehr Menschen künstliche Intelligenz zur Text-Erstellung verwenden?

Es ist möglich, dass Inhalte im World Wide Web ähnlicher werden, wenn immer mehr Menschen künstliche Intelligenz zur Text-Erstellung verwenden. Dies kann daran liegen, dass künstliche Intelligenzen häufig auf ähnlichen Daten und Algorithmen trainiert werden und somit ähnliche Ergebnisse liefern.

Allerdings hängt die Ähnlichkeit der Inhalte im WWW auch von vielen anderen Faktoren ab. Zum Beispiel spielen die Quellen, auf die die Menschen und Maschinen zugreifen, eine Rolle, ebenso wie die Ziele und Absichten, die damit verfolgt werden. Wenn beispielsweise verschiedene Menschen und Maschinen unterschiedliche Quellen und Ziele haben, können die erstellten Texte unterschiedlich sein, auch wenn sie von Maschinen erstellt wurden.

Letztendlich hängt die Ähnlichkeit der Inhalte im WWW von einer Vielzahl von Faktoren ab und es ist schwierig vorherzusagen, wie sich die Verwendung von künstlicher Intelligenz auf die Vielfalt und Originalität der Inhalte im WWW auswirken wird.

Unterm Strich hat hier der Mensch mit seiner Innovationskraft dann doch ein wenig die Nase vorne: Zum Beispiel bei der Erstellung noch nie gedachter Perspektiven und dem Durchdenken selbiger für ein Themengebiet (das klappt zum Beispiel systematisch und reproduzierbar gut durch die Verschränkung von Ebenen-Modellen. Schick mir einfach eine kurze E-Mail an verbindung@karlkratz.de, wenn Du wissen möchtest, wie das geht.)

Das war eine lange Reise ... vorerst bleibt mir noch eine Frage:

Reise-Station 8: Kann eine künstliche Intelligenz einen Menschen mit einem Text so sehr berühren wie eine menschliche Autorin?

Ich könnte jetzt mit meiner Meinung um die Ecke kommen. Aber das wäre unhöflich einer echten KI gegenüber. Deshalb habe ich diese Frage einer KI gestellt und folgende Antwort erhalten:

"Obwohl künstliche Intelligenzen in bestimmten Bereichen sehr leistungsfähig sind, ist es unwahrscheinlich, dass sie in der Lage sind, einen Menschen mit einem Text so sehr zu berühren wie eine menschliche Autorin. Dies liegt daran, dass künstliche Intelligenzen nicht über die gleichen Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen wie Menschen, insbesondere was Empathie, Kreativität und Originalität betrifft.

Künstliche Intelligenzen können zwar Texte erstellen und verarbeiten, aber sie sind nicht in der Lage, die subtilen Nuancen der menschlichen Sprache und Emotionen zu verstehen und zu reproduzieren, wie es Menschen tun. Daher ist es unwahrscheinlich, dass ein Text von einer künstlichen Intelligenz einen Menschen auf die gleiche Weise berühren kann wie ein Text von einer menschlichen Autorin.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Texte von künstlichen Intelligenzen weniger wertvoll oder nützlich sind. Künstliche Intelligenzen können dazu beitragen, schnelle und genaue Texte zu erstellen und zu verarbeiten, und können in vielen Bereichen eine große Hilfe sein. Allerdings sollten sie nicht als Ersatz für die Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen betrachtet werden, insbesondere was die Fähigkeit betrifft, mit Texten zu berühren und zu bewegen."

Ich empfinde diese Aussage als sehr wertschätzend und erwachsen.

 

Endstation

Unsere Texte haben erstmal nur einen einzigen Job: "Verstanden zu werden."

Manche haben noch einen Neben-Job: "Eine Emotion, ein Gefühl zu erzeugen."

Aber das war's dann auch schon. Alle anderen Dinge, Aufgaben und so weiter lassen sich immer und immer wieder auf diese beiden Punkte eindampfen.

 

Egal, ob Mensch und künstliche Intelligenz: Es ist unsere Aufgabe, Inhalte so zu gestalten, dass diese beiden Punkte erfüllt sind.

Es liegt an Dir, zu entscheiden, ob Du das alleine machen möchtest. Oder ob Du mit einem Menschen kooperierst. Oder mit einer Maschine. Oder mit vielleicht etwas ganz anderem.

 

Ja, die Zukunft ist komplett ungewiss. Und sie macht vielleicht Angst. Angst, von Maschinen überrannt zu werden.

Es ist ok, Angst zu haben. Angst ist wie ein guter Freund, der manchmal betrunken ins Haus poltert und alle nervt - und manchmal auf einen echt guten Punkt hinweist, der uns sonst den Kopf gekostet hätte.

 

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag etwas Klarheit in das Thema Mensch-Maschine bringen. 

Vielleicht für weniger Angst. Und mehr Neugierde auf ein ganz neues Universum.

Liebe Grüße,

Dein Karl

P.S.: Das ist schon eine beachtliche Leistung, das alles zu lesen. Vielleicht bist Du ja grad im Flow. Magst Du noch mehr?

Ja klar!   Gerade nicht, danke.


Dann wünsche ich Dir noch einen schönen Tag!

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